Glossar

Aktie ist eine Urkunde, die den Anteil am Aktienkapital und damit die Mitgliedschaftsrechte des Aktionärs verbrieft. Aktien können in Form von Wertpapieren oder Wertrechten ausgegeben werden.

Aktienkapital ist das Kapital, das die Gesellschafter erbringen.

Aktienzertifikat ist ein Wertpapier, das mehrere einzelne Aktien verbrieft. Früher konnte der Aktionär jederzeit den Umtausch eines Aktienzertifikates in die entsprechende Anzahl von einzelnen Aktien verlangen. Heute ist der Umtausch nur in gewissen Situationen möglich (z.B. wenn die einzelnen Aktien zum Teilverkauf benötigt werden und kein Missbrauch vorliegt).

Erbengemeinschaft ist die Gemeinschaft von mehreren Erben. Vom Tod des Erblassers bis zur Erbteilung verfügen die Mitglieder der Erbengemeinschaft über alle Rechte und Pflichten gemeinsam.

Faksimile-Unterschrift ist eine Kopie oder Reproduktion der handschriftlichen Unterschrift.

Finanzintermediär ist ist eine Person, die gegen Entschädigung Vermögenswerte von Dritten annimmt, aufbewahrt oder hilft, diese anzulegen oder zu übertragen (z.B. Bank, Anwalt, Notar etc.).

GAFI-Gesetz („Groupe d`action financierè“) ist das Gesetz zur Umsetzung von international anerkannten Standards zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung vom 01.07.2015.

Gutgläubiger Erwerb liegt vor, wenn der Erwerber im guten Glauben ist. D.h. der Erwerber weiss nicht, dass etwas Unrechtes getan wurde oder wird.

Indossament (vom Italienischen „indosso“ – auf dem Rücken) ist die gesetzliche Übertragungserklärung, die auf der Namenaktie oder auf dem Aktienzertifikat über Namenaktien angebracht wird.

Indossant ist Aktionär, der seine Namenaktien oder Aktienzertifikate über Namenaktien einem anderen Aktionär überträgt.

Indossatar ist der Erwerber von Namenaktien oder Aktienzertifikaten über Namenaktien.

Inhaberaktien sind Aktien, die ihren Eigentümer zum Aktionär machen. Seit 01.07.2015 müssen Inhaberaktionäre sich bei der AG oder einem Finanzintermediär melden und in das Aktienregister eingetragen lassen. Inhaberaktien sind voll zu liberieren und sind frei übertragbar.

Kaduzierung erklärt die Aktien als verfallen. Anstelle der ausgefallenen werden neue Aktien ausgegeben.

Liberierung ist die Einzahlung von Einlagen an die AG. Im Vergleich zu Inhaberaktien können Namenaktien auch teilliberiert ausgegeben werden. Der Verwaltungsrat kann jederzeit volle Einzahlung einfordern (Art. 634a Abs. 1 OR). Sollte der Aktionär seiner Liberierungspflicht nicht nachkommen, muss er mit den Verzugszinsen und eventuell einer Konventionalstrafe rechnen, wenn diese in den Statuten vorgesehen ist (Art. 681 Abs. 1 und 3 OR). Ausserdem ist der Verwaltungsrat befugt, die Aktien des säumigen Aktionärs zu kaduzieren.

Namenaktien sind Aktien, die auf den Namen des Aktionärs lauten. Die Namenaktionäre sind der AG bekannt und werden in das Aktienbuch eingetragen. Die Übertragung von Namenaktien oder Aktienzertifikaten über Namenaktien kann beschränkt werden. Die Namenaktien können teilliberiert werden.

Nennwert (Nominalwert) einer Aktie ist der Anteil am Kapital der AG.

Verbriefung ist die physische Ausgabe von Wertpapieren.

Verpflichtungsgeschäft erfordert einen Vertrag, aus dem man sich zu etwas verpflichtet.

Vinkulierung ist die Beschränkung der Übertragbarkeit von Namenaktien oder Aktienzertifikaten über Namenaktien an einen anderen Aktionär.

Wertpapier ist eine Urkunde, die ein Recht ihres Eigentümers ausweist. Ohne die Urkunde kann dieses Recht weder geltend gemacht noch auf andere Personen übertragen werden. Beispiel: Aktien, Aktienzertifikate, Anteilsscheine etc.

Wertrechte hier: Aktien, die nicht physisch ausgegeben werden. Die Statuten können einen Verzicht auf die Ausgabe von Aktien vorsehen. Somit werden die Aktien nur nach Verlangen des Aktionärs ausgestellt (aufgeschobener Titeldruck). Der Anspruch des Aktionärs auf Ausgabe von Aktien kann auch statutarisch ausgeschlossen sein (aufgehobener Titeldruck).